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1821 - städtische Singschule
1883 - Städtische Musikschule
1919 - Städtisches Konservatorium der Musik
1939 - Landesmusikschule
1972 - Fachakademie für Musik (Meistersingerkonservatorium)
1999 - Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg
2008 - Hochschule für Musik Nürnberg
Musikhochschule Nürnberg
Hochschule für Musik Nürnberg

Bericht des Strukturbeirates vom 3.11.1994



Geschichte der Hochschule für Musik Nürnberg

Es war ein langer Weg. Er begann Ende 1996. Im Dezember wurde damals entschieden, dass aus dem Meistersinger-Konservatorium Nürnberg und dem Leopold-Mozart-Konservatorium Augsburg eine kommunale Hochschule mit finanzieller Beteiligung des Freistaates Bayern werden solle. Partner wurden neben den Städten Nürnberg und Augsburg die Bezirke Mittelfranken und Schwaben, die sich im April 1998 zum Zweckverband Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg zusammenschlossen. Studienbeginn an der neuen Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg war im Wintersemester 1999/2000.

In beiden Abteilungen der Hochschule wurde mit Orchesterinstrumenten, Klavier, Gesang und Musikpädagogik ein angemessener Grundstock an Studienfächern angeboten. Darüber hinaus entwickelten beide Standorte ein eigenes Profil: Nürnberg mit den Fächern Alte Musik/Historische Instrumente, Jazz, Percussion, klassischem Saxophon, Akkordeon und Augsburg mit Kirchenmusik, Blasorchesterleitung, Gitarre und Musiktherapie.

Ministerrat stellte Weichen
Eine staatliche Hochschule war von Anfang an geplant. Die Weichen stellte der Ministerrat am 2. Juni 2003. Bayerns damaliger Ministerpräsident Stoiber erklärte: „Der Freistaat wird die Musikhochschule Nürnberg-Augsburg aufwerten und so schnell wie möglich als staatliche Musikhochschule übernehmen. Dabei werden wir die gleiche hohe Qualität gewährleisten, wie sie die beiden staatlichen Musikhochschulen Würzburg und München garantieren.“


Neustrukturierung in Bayern
In einem Spitzengespräch von Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel mit den Hochschulleitungen wurden dann am 7. Juni 2004 vorbereitende Schritte besprochen, die zu einer Neustrukturierung der bayerischen Musikhochschulen führen sollten. Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel setzte am 19. Mai 2005 eine unabhängige Expertenkommission ein, die Gutzeit-Kommission. Sie sollte die Musikhochschullandschaft in Bayern untersuchen, sich mit den strukturellen Fragen befassen, die sich aus der geplanten Verstaatlichung der kommunalen Musikhochschule Nürnberg-Augsburg und der möglichen Integration des Richard-Strauss-Konservatoriums in die Musikhochschule München ergäben. Vorsitzender dieser Kommission war Professor Reinhart von Gutzeit, Rektor der Anton Bruckner Privatuniversität Linz


Empfehlungen der Experten
Die Empfehlungen der Expertenkommission wurden am Abend des 13. März 2006 den Hochschulrektoren und am 14. März in einem Pressegespräch im Ministerium vorgestellt. Ausgangspunkte waren für die Kommission das Bestreben, die Studentenzahlen maßvoll (um zehn Prozent) zu senken. Klar war auch, dass der „Organismus Musikhochschule“ eine Mindestgröße von 350 bis 400 Studienplätzen braucht, sich damit Verbundlösungen nicht bewähren.

Veränderungen ergäben sich, so die Experten, hauptsächlich für die Hochschule Nürnberg-Augsburg. Die Abteilung Augsburg empfahlen sie aufzulösen. Elementare Musikpädagogik und Musiktherapie der Abteilung Augsburg sollten zukünftig an der dortigen Universität angeboten, alle anderen Studienangebote auf die anderen bayerischen Hochschulen, insbesondere München und Nürnberg, verteilt werden. Die Abteilung Nürnberg solle eine eigenständige Hochschule werden. Die Kommission empfahl hier (und in Würzburg) die Beendigung der Orgelausbildung. In Nürnberg könne ein Exzellenzzentrum für Alte Musik entstehen. Auch die in Bayern angebotenen Jazzstudiengänge gingen über den Bedarf hinaus. Hier bedürfe es gegebenenfalls einer eigenen Evaluierung. Bei der Umsetzung dieser Vorschläge sei für jeden Studenten zu gewährleisten, dass er sein Studium in Bayern beenden könne.

Die Empfehlungen der Kommission wurden analysiert und das weitere Vorgehen eng mit den Musikhochschulen, mit den sonstigen Trägern und mit dem Bayerischen Landtag abgestimmt. Arbeitsgruppen begannen, umsetzungsfähige Entwürfe zu entwickeln. Eine lange Zeit, in der viele unterschiedliche Konzepte entstanden und präsentiert wurden. Vor allem für die Abteilung Augsburg galt es, einen schwierigen Prozess zu bewältigen.

Am Ziel
Doch am 22. Januar 2008 stand die Lösung: Das Kabinett beschloss den Gesetzentwurf für die Errichtung der staatlichen Hochschule für Musik Nürnberg sowie das Konzept für ein eigenständig profiliertes Zentrum für Musik und Musikpädagogik an der Universität Augsburg. Ministerpräsident Beckstein betonte: „Damit sind die langfristigen Bemühungen am Ziel, aus dem ehemaligen städtischen Konservatorium in Nürnberg eine staatliche Musikhochschule von hoher Qualität zu schaffen. Die Augsburger Alternative ist ein überzeugender Ansatz, Spitzenbildung in der Musik in geeigneter Weise anzubieten.“ Und Wissenschaftsminister Thomas Goppel erklärte: „Diese Konzeption, die wesentliche Anregungen der internationalen Expertenkommission zur Musikhochschullandschaft in Bayern aufgreift, ist eine gute und zukunftsfähige Lösung. Sie garantiert die Profilierung und qualitativ hochwertige Ausbildung im Bereich Musik an den beiden Standorten in Augsburg und Nürnberg.“

Das Errichtungsgesetz wurde am 24. April 2008 im Landtag beschlossen und am 13. Mai 2008 verkündet. Damit im Sommersemester 2008 der Senat noch in der Vorlesungszeit gewählt werden kann, gibt es für den weiteren Zeitplan wenig Spielraum: Die Senatswahl findet am 26. Juni statt. Die Amtszeit des künftigen Senats beginnt Anfang Oktober 2008. Bis dahin wird eine vom Ministerium eingesetzte vorläufige Hochschulleitung anstelle der Hochschulorgane handeln. Nach Konstituierung eines Hochschulrats können der künftige Präsident und die Vizepräsidenten gewählt werden.

Neue Strukturen, neues Präsidium
Während die vom Ministerium eingesetzte vorläufige Hochschulleitung mit dem bisherigen Rektor bzw. Präsidenten Prof. Siegfried Jerusalem an der Spitze die Amtsgeschäfte führte, wurden ab Juni 2008 nach und nach die neuen Gremien gebildet. Nach den Senatswahlen am 30. Juni und der Konstituierung des Hochschulrates im Dezember konnte im Februar 2009 die Präsidentenstelle ausgeschrieben werden. Anfang 2009 wurde die Hochschule für Musik Nürnberg in die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen (RKM) aufgenommen. Im Juni wählte schließlich der Hochschulrat den 38-jährigen Prof. Martin Ullrich zum neuen Präsidenten der Hochschule. Seit seinem Amtsantritt am 1. Oktober 2009 leitet der bis dahin an der Universität der Künste in Berlin tätige Theorie-Professor die jüngste staatliche Musikhochschule Bayerns.



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