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Aus dem Statement des Bayerischen Staatsministers
für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Thomas Goppel,
beim Frühstücksgespräch des Kulturpolitischen
AK der CSU Nürnberg-Fürth am 12. Juni 2004 in
Nürnberg (Skript):
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| .. Optimieren und neu ordnen wollen wir
auch die bayerische Musikhochschullandschaft, darunter den
wichtigen Standort Nürnberg. Am vergangenen Montag habe
ich mich mit allen Hochschulleitungen hier in Nürnberg
zu einem sehr konstruktiven Gespräch getroffen. Anlass
hierfür ist insbesondere auch die anstehende Verstaatlichung
der kommunalen Musikhochschule Nürnberg-Augsburg. Wir
streben an dass der Standort Augsburg mit der Münchner
Hochschule verzahnt wird. Die Musikhochschulen in Nürnberg
und Würzburg wollen künftig eine enge Kooperation
eingehen, bleiben aber autonome Institutionen. Zwei Arbeitsgruppen
der Hochschulen werden innerhalb des nächsten halben
Jahres die Einzelheiten ausarbeiten. Durch diese Neuordnung
können alle Hochschulstandorte an Attraktivität
gewinnen und zudem noch notwendige Einsparziele erreicht werden. |
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| Meldung
in br-online.de |
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Presseberichte
zum Spitzengespräch des Wissenschaftsministers mit
den Hochschulleitungen am 7. Juni 2004 im Nürnberger
Hirsvogelsaal
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Prof. Dr. Siegfried Mauser, Martin Maria Krüger,
Dr. Thomas Goppel, Prof. Silke-Thora Matthies, Prof. Siegfried
Jerusalem |
Musikhochschul-Landschaft
vor Neuordnung
Nürnberg bald Solist?
Kunstminister Goppel will Umstrukturierung forcieren
Die bayerische Musikhochschullandschaft soll in den nächsten
Jahren grundlegend neu geordnet werden. Bei einem Spitzengespräch
zwischen dem Bayerischen Kunstminister Thomas Goppel (CSU)
und den Rektoren der Musikhochschulen wurden gestern im
Nürnberger Hirsvogelsaal die Weichen für die Zukunft
gestellt, die insbesondere für die noch im Verstaatlichungsprozess
begriffene Musikhochschule Nürnberg-Augsburg vermutlich
gravierende Änderungen bringt: Mittelfristig ist zwischen
dem Standort Augsburg und der Musikhochschule München
eine enge Kooperation angestrebt, die so weit gehen soll,
dass es eine gemeinsame Verwaltung gibt. Der Standort Nürnberg
hat mit der Musikhochschule Würzburg ebenfalls eine
Kooperation vereinbart; hier solle jedoch die Eigenständigkeit
gewahrt werden, so Goppel.
Somit steht nun — unter dem Damoklesschwert
strenger Sparvorgaben aus dem bayerischen Finanzministerium
— die modifizierte Verwirklichung eines alten Planes
an: Bayerns Musikhochschulen sollen in eine „Südschiene“
(München-Augsburg) und in eine „Nordschiene“
(Würzburg-Nürnberg) aufgeteilt werden —
mit dem schönen Nebeneffekt, dass Nürnberg letztlich
zu einem eigenständigen Musikhochschulstandort werden
könnte. Zusätzlich seien neue und engere Formen
der Kooperation zwischen diesen Standorten und den beiden
bayerischen Hochschulen für Kirchenmusik in Bayreuth
und Regensburg angestrebt, so Goppel.
All das ist noch nicht beschlossen, doch die
Marschrichtung scheint klar, und das enge Finanzkorsett
zwingt alle Beteiligten — hier das Kunstministerium,
dort die Hochschulen — zur Kooperation. Der Gesamtaufwand
des Freisstaates von jährlich 32 Millionen Euro für
alle bayerischen Musikhochschulen soll in den nächsten
fünf Jahren konstant gehalten werden. Bedenkt man,
dass mit diesem Betrag in Zukunft auch die vormals kommunale
Musikhochschule Nürnberg-Augsburg (bei der der Freistaat
sukzessive bis 2008 alle Kosten übernimmt) sowie die
Integration des Münchner Richard-Strauss-Konservatoriums
in die dortige Musikhochschule finanziert werden muss, wird
der tatsächliche Spardruck deutlich.
Ein Rückgang von bis zu zehn Prozent
der Studentenzahlen sei deshalb mit einkalkuliert, so Goppel,
steigende Gehälter nicht, was konkret auch auf einen
Personalabbau an den Musikhochschulen hinauslaufen dürfte.
Auch deswegen müssen die vier Standorte im nächsten
halben Jahr prüfen, wie sie ihr Studienangebot so ausrichten,
dass einerseits das Profil der einzelnen Häuser geschärft
wird und andererseits gespart werden kann. Wie sich das
auf die Studieninhalte konkret auswirkt, ist unter Berücksichtigung
der Hochschulautonomie Aufgabe der Rektoren.
Die übten sich auch fleißig in
Zweckoptimismus: „Sparzwänge sind eine große
Chance, um sich zu profilieren“, sagte Siegfried Jerusalem,
Rektor der hiesigen Musikhochschule. Seine „Kollegen“,
Silke-Thora Matthies aus Würzburg und Siegfried Mauser
aus München, stießen ins gleiche Horn. Bis zum
kalten Monat Dezember werden sie — sowie Bernhard
Tluck für den Standort Augsburg und Martin Maria Krüger,
Leiter des Richard-Strauss-Konservatoriums — ausdiskutieren
müssen, wie schön sparen sein kann. Thomas Heinold
8.6.2004 0:00 MEZ
© NÜRNBERGER ZEITUNG
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Aufgaben für
Hochschul-Chefs
Goppel-Plan zu Musikinstituten
„Neustrukturierung“ und „Profilbildung“
waren die beiden wohl meist gehörten Schlagworte beim
Treffen der Rektoren der bayerischen Musikhochschulen mit
Kunstminister Thomas Goppel im Nürnberger Tucherschloss.
Als sich die Runde verabschiedete, hatten die Hochschul-Chefs
ihre Hausaufgaben in der Tasche: Verschlankung und Profil
heißen die Maßstäbe, die an ihre Häuser
angelegt werden. Innerhalb des nächsten halben Jahres
sollen die Musik-Unis in München, Augsburg, Würzburg
und Nürnberg ihr Studienangebot prüfen und darüber
nachdenken, wie sie ihr Profil schärfen können.
Im Herbst, so lautet Goppels Vorgabe, „soll gesagt werden,
wie das Profil im bayerischen Musikhochschulbereich aussieht.“
Neu geordnet wird zudem die bayerische
Musikhochschullandschaft: Nürnberg koppelt sich von
Augsburg ab, und während die Augsburger Institution
mit ihrem Münchner Pendant eine Verwaltungseinheit
anstrebt (mit Integration des Münchner Richard-Strauss-Konservatoriums),
gehen das Nürnberger und das Würzburger Haus eine
Kooperation ein, in der, so Goppel, „keiner unter
dem anderen zu leiden hat.“ Wenn es nach ihm geht,
sollen die beiden Einrichtungen eigenständig werden,
aber eine „größtmögliche Zusammenarbeit“
praktizieren.
Hinter Hausaufgaben und Neuordnung stehen
begrenzte Budgets: 32 Millionen Euro haben die Hochschulen
in München, Nürnberg, Würzburg und Augsburg
jährlich an staatlichen Mitteln zur Verfügung,
zwei Millionen davon gehen an die Kirchenmusik-Hochschulen
in Bayreuth und Regensburg. „Mehr wird es nicht werden,
deshalb wird nicht mehr alles an allen Standorten gehen“,
warnte Goppel schon mal vor und forderte die Häuser
auf, etwa frei werdende Stellen auf ihre Notwendigkeit abzuklopfen.
bin
8.6.2004 0:00 MEZ
© NÜRNBERGER NACHRICHTEN
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Des Ministers
gute Laune und ein Schlamassel
Umsetzung der Musikhochschul-Kooperation
Würzburg-Nürnberg bereitet Kopfzerbrechen
Die Würzburger Hochschule für Musik wird mit
der Nürnberger kooperieren. Das ist das Ergebnis eines
Gesprächs zwischen Rektoren und Kunstminister Thomas
Goppel. Wie das genau gehen soll, weiß indes keiner
zu sagen.:Gut gelaunt macht sich der Bayerische Kunstminister
zum Handlanger des Bayerischen Rundfunks und setzt bei der
Pressekonferenz das Tisch-Mikrofon vor den jeweiligen Sprecher.
Die Stimmung wirkt gelöst unter dem Deckengemälde
vom Sturz des Phaeton im historischen Nürnberger Hirsvogelsaal.
Vorausgegangen waren zweieinhalb Stunden teils harter Verhandlungen.
Die Rektoren der bayerischen Musikhochschulen hatten sich
mit Minister Thomas Goppel getroffen, um die bayerische
Musikhochschul-Landschaft neu zu ordnen. Ein Ergebnis des
Gesprächs: Die Musikhochschule Würzburg wird mit
der Nürnberger kooperieren. Derartiges hatte der Minister
schon vor vier Wochen bei einem Gespräch mit dieser
Zeitung angekündigt (wir berichteten). Kooperieren
heißt, so viel ist klar, dass beide Hochschulen ihre
eigene Verwaltung und eigene Rektoren behalten werden. Alles
andere ist bislang nicht definiert. Soll Würzburg Fächer
nach Nürnberg abgeben? Würzburg bietet alles,
was Nürnberg hat, und noch mehr: Die Würzburger
Musikhochschule bildet auch in Kirchen- und Schulmusik,
Dirigieren und Komposition aus. Klar ist auch: Allein ist
die bisher mit Augsburg verkuppelte Nürnberger Hochschule
mit 319 Studierenden nicht lebensfähig. In Würzburg
sind derzeit 716 Studenten eingeschrieben. Wichtig sei,
so die Würzburger Rektorin Silke-Thora Matthies, dass
die ursprünglich vom Ministerium gewollte Fusion in
der Nürnberger Diskussion hin zur "Kooperation"
abgebogen werden konnte. Eine echte Fusion, mutmaßt
Prorektor Hubert Nordhoff, hätte auf lange Sicht den
Standort Würzburg beschädigt. Denn: Eine Musikhochschule
in Nürnberg, der größten Stadt Nordbayerns
als Würzburger Anhängsel, das sei unvorstellbar.
Die Neustrukturierung der bayerischen Musikhochschul-Landschaft
hat weniger fachliche als politische Gründe. Es stecken
"Sparverpflichtungen" (Goppel) dahinter. 32 Millionen
Euro gibt der Staat laut Minister jährlich für
seine Musikhochschulen aus. Mehr werde das in absehbarer
Zeit nicht werden. Da heiße es, mit den vorhandenen
Ressourcen zurecht zu kommen. Der Minister will Gesamtbayerisch
denken, will möglichst schnell Fusionen und Kooperationen
auf den Weg bringen: "Es geht nicht mehr an allen Standorten
alles", so Goppel. Bestimmte Fächer nicht mehr
an jedem Standort anzubieten, berge Einsparpotenzial. Ebenso
wie die Reduzierung des Lehrpersonals. Goppel: "Es
muss genau überprüft werden, ob frei werdende
Stellen wirklich wieder besetzt werden müssen."
Studentenzahlen sollen ebenfalls zurückgefahren werden
- Goppel gibt zehn Prozent vor. Das Minister-Konzept sieht
weiterhin die Integration der Augsburger Musikhochschule
(231 Studenten) mit der Münchner (845 Studenten) vor.
Am Ende des Umgestaltungs-Prozesses, der vier bis fünf
Jahre dauern kann, soll es noch alle Musikhochschul-Standorte
geben. Die Schwerpunkte werden bei den beiden großen
Musikhochschulen München und Würzburg liegen.
Silke-Thora Matthies und Hubert Nordhoff halten eine Reduzierung
der Studentenzahlen für sinnvoll. Es habe keinen Sinn,
zu viele junge Leute auszubilden in Zeiten, wo Orchester
aufgelöst oder in der Stärke reduziert, die Arbeitsplätze
also immer weniger werden. Auch ein Standort-übergreifendes,
gesamtbayerisches Konzept findet die Zustimmung der beiden
Praktiker ("wir prüfen ohnehin, was man weglassen
kann"). Mit der Nürnberger Kooperation hat die
Würzburger Musikhochschul-Führung aber schon ein
Problem. Eines das es nicht gäbe, wenn der Ministerrat
voriges Jahr nicht das städtische Nürnberger Institut
verstaatlicht hätte. Diese weitere Musikhochschule
hat die Überkapazitäten nicht eben vermindert.
"Und jetzt haben wir den Schlamassel", sagt Nordhoff.
Wenn das dem Minister mal nicht die gute Laune verdirbt.
08.06.2004 Kultur, von Ralph Heringlehner
MAIN POST Würzburg
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Niveau
heben und sparen Kunstminister
Goppel will Musikhochschulen Bayerns neu ordnen
Fix is nix. Aber Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel,
der die leitenden Herren der Musikhochschulen in Nürnberg
zu einem Grundsatzgespräch gebeten hatte, sah dennoch
allen Grund, die bislang „eher halblaute, manchmal
verschämt geführte Diskussion“ in die Öffentlichkeit
zu tragen. Als „Spielwiese der Visionen“ sah
ein Teilnehmer das, was Goppel mit seiner Neuordnung vorschwebt:
Er will die Hochschulen in Nürnberg und Würzburg
sowie München mit Augsburg zu Partnern machen, durch
das Filtern von Angeboten das Niveau heben, gleichzeitig
„Sparvorgaben einlösen“ und zwar so, „dass
kein Standort leidet“.
Für Siegfried Jerusalem, den Rektor der Musikhochschule
Nürnberg, bieten „die Sparzwänge auch eine
große Chance, um sich zu profilieren“. Der Münchner
Musikhochschulchef Siegfried Mauser spricht gar von einem
„kleinen Meilenstein“. Silke-Thora Matthies
aus Würzburg sieht durch die Neuverteilung von Ausbildungsgängen
auch die Möglichkeit, frei werdende Mittel in die „Ausbildung
des deutschen Nachwuchses“ zu stecken. Nach der zweistündigen
Diskussion im Nürnberger Hirsvogelsaal sah der Wissenschaftsminister
folglich Einvernehmen, mit bestimmten Schwerpunkten das
Haus-Profil zu schärfen. Mauser meinte, „die
Grundperspektive stimmt“: „Jetzt müssen
die Details geklärt werden.“ Die fränkischen
Institute sollen die Möglichkeiten einer „Kooperation“
durchforsten, München und Augsburg, bisher mit Nürnberg
im Verbund, sollen eine „Einheit“ bilden. Samt
dem bislang städtischen Richard-Strauss-Konservatorium,
das Goppel integrieren will. Es werde „nicht aufgelöst“,
aber „Bestandteile des Konservatoriums“ würden
zur Disposition gestellt. Ein Goppel-Gespräch mit Münchens
OB Ude soll da Klarheit bringen.
Abendzeitung 9./10.6.2004 N (daer)
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