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Aktionstag Musikalische Bildung am 19. November 2009

Pressestimmen

NZ - Sa 21.11.2009
Aktionstag an der Hochschule
Abenteuerliche Reise zu den Musikplaneten

Uschi Assfalg

So viele Zahnlücken waren noch nie in der Hochschule für Musik. Die hat sich für den bundesweiten Aktionstag „Musikalische Bildung“ in ein musikalisches All verwandelt. Und rund 90 Zweitklässler kriegen vor Staunen den Mund nicht mehr zu. Sie sind jetzt Astronauten und schwirren von Musikplanet zu Musikplanet.
Es sind elf an der Zahl und sie haben so klangvolle Namen wie Tatepitrö, Dealilo, Violoncella oder Gitaso. Dahinter verbergen sich die einzelnen Seminare der Hochschule von Akkordeon bis Saxofon. Ann-Sophie und Markus finden E-Gitarren besonders „cool“. Da sind sie auf dem „Gitaso“ genau richtig. Aber auch auf dem „Dealilo“ gibt es jede Menge zu entdecken — für die Schüler und für die Studierenden.
Die Geheimnisse der Stimme und des Gesangs
„Mit so kleinen Kindern habe ich bisher noch nicht gearbeitet", sagt Christian Huber, der zusammen mit Ruth Weisel die Sieben- bis Neunjährigen in die Geheimnisse der Stimme und des Gesangs einweiht. Aber alles klappt vorzüglich. Was man mit dem Mund, mit Zunge und Lippen für unterschiedliche Geräusche machen kann: Alexander und seine Schulkameraden sind hin und weg. Ihre Fantasie bekommt zusehends Flügel. Da bietet es sich an, eine Geschichte selbst zu vertonen — mit knarrenden Türen, huschenden Geistern und brausendem Wind.
Alle Instrumente, die auf der Reise durch den musikalischen Kosmos zu entdecken sind, werden von den Studierenden und Lehrenden der Hochschule spannend wie ein Krimi erklärt. Und fast alle Instrumente dürfen von den kleinen Händen bespielt werden. Die Kinder sind mit Begeisterung bei der Sache und mit Vorsicht: Lieber ein bisschen weniger an den Saiten gezupft, als dass etwas kaputt geht. Keiner muss es ihnen sagen, sie wissen es von ganz alleine. Nur auf dem Reiseweg, da geht manchem ein wenig das Temperament durch. Das altehrwürdige Gemäuer ist erfüllt von Kinderstimmen. Die Erwachsenen, die die munteren Raketenbesatzungen passieren, tun es mit einem Schmunzeln.
Die konzeptionelle Leitung der gelungenen Veranstaltung obliegt Prof. Vroni Priesner (Elementare Musikpädagogik) und Ulrich Hench (Klavierdidaktik). Ideen dazu beigesteuert haben Lehrende aus allen Ausbildungsrichtungen. Statt der üblichen Konzertbesucher sollte an diesem Tag ein anderer Personenkreis angesprochen werden. „Wir haben die nahegelegenen Schulen — Bismarck-, Montesori- und Thusneldaschule — angesprochen und alle sind gekommen“, freut sich die kommissarische Vizepräsidentin der Hochschule, Renate Reitinger. Krönender Abschluss der musikalischen Entdeckungsreise ist das „Ganz große Planetenkonzert“ im Kammermusiksaal der Hochschule. Da laufen die Zweitklässler noch einmal zu Höchstform auf. Mit Feuereifer entlocken die kleinen Musiker ihren Instrumenten jede Menge Töne. „Wow, das war perfekt“, ruft die achtjährige Kübra voll Überschwang. Applaus, Applaus.

NZ - Mo 23.11.2009
Hochschule für Musik stellte ihre neuen Professoren/innen vor
Erster Lehrstuhl für Barockgesang

Zum bundesweiten Aktionstag „Musikalische Bildung“ stellte die Hochschule für Musik die zum Wintersemester 2009/10 neu berufenen Professorinnen und Professoren vor.
Der Pressekonferenz ferngeblieben sind Bence Bogányi (Fagott) und Clara Dent-Bogányi (Oboe). Aus gutem Grund: Sie sind eine Stunde zuvor Eltern eines kleinen Jungen geworden. Ebenfalls entschuldigen ließ sich Anne-Cathérine Heinzmann (Querflöte). Sie musste einen anderen Termin in München wahrnehmen.
Nachdem der Barockgesang in jüngster Zeit immer mehr Wertschätzung erfährt, hat man sich in Nürnberg entschlossen, dafür eine eigene Professur einzurichten – die erste in Deutschland – und Prof. Elisabeth Scholl zu berufen. Ihr Ziel ist es, die Bibliothek auszubauen. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, sich intensiv mit der historischen Aufführungspraxis von Werken auseinander zusetzen. Scholl gastierte u.a. an verschiedenen europäischen Opernhäusern mit Rollen von Händel und Vivaldi bis Mozart.
Die Berufsqualifikation ihrer Studierenden zu erweitern, ist das Konzept der Prof. Guido Johannes Rumstadt (Orchester und Dirigieren) und Christoph Braun (Trompete). Braun will junge Menschen dazu befähigen, nicht nur im Orchester zu spielen , sondern z.B. auch in Jazzabteilungen oder Trompetenensembles. Seine Maxime: Weg von der Spezialisierung und dabei hochkarätig bleiben. Um das zu erreichen, sei es erforderlich, sich mit anderen Abteilungen der Hochschule intensiv auszutauschen. In Nürnberg sei das möglich: „der Vorteil einer kleinen Musikhochschule“. Braun hat seit 2003 im Haus einen Lehrauftrag für Trompete und ist regelmäßig als Solist tätig.
Guido Johannes Rumstadt will eine Klasse für Dirigenten aufbauen und die Ausbildung in Richtung Theatermarkt orientieren. Außerdem sollen Möglichkeiten für Quereinsteiger geschaffen werden. Die Studiengänge Bachelor und Master befinden sich ebenfalls in der Aufbauphase. Man sei an der Hochschule zwar etwas spät dran, profitiere aber von den Erfahrungen anderer.
Rumstadt plant, das Hochschulorchester mit Symphoniekonzerten in der Region zu etablieren. In wieweit die Zusammenarbeit mit dem BR wiederbelebt wird, steht noch nicht fest. Seit der Spielzeit 2007/2008 ist Rumstadt dem Staatstheater Nürnberg als Erster Kapellmeister und Stellvertreter des Chefdirigenten verbunden. „Das wird auch weiterhin funktionieren, aber die Hochschule hat den Hut auf“, sagte der neu berufene Professor. Uschi Aßfalg