Pressestimmen
NZ - Sa 21.11.2009
Aktionstag an der
Hochschule
Abenteuerliche Reise zu den Musikplaneten
Uschi Assfalg
So viele Zahnlücken waren noch nie in
der Hochschule für Musik. Die hat sich für den
bundesweiten Aktionstag „Musikalische Bildung“
in ein musikalisches All verwandelt. Und rund 90 Zweitklässler
kriegen vor Staunen den Mund nicht mehr zu. Sie sind jetzt
Astronauten und schwirren von Musikplanet zu Musikplanet.
Es sind elf an der Zahl und sie haben so klangvolle Namen
wie Tatepitrö, Dealilo, Violoncella oder Gitaso. Dahinter
verbergen sich die einzelnen Seminare der Hochschule von
Akkordeon bis Saxofon. Ann-Sophie und Markus finden E-Gitarren
besonders „cool“. Da sind sie auf dem „Gitaso“
genau richtig. Aber auch auf dem „Dealilo“ gibt
es jede Menge zu entdecken — für die Schüler
und für die Studierenden.
Die Geheimnisse der Stimme und des Gesangs
„Mit so kleinen Kindern habe ich bisher noch nicht
gearbeitet", sagt Christian Huber, der zusammen mit
Ruth Weisel die Sieben- bis Neunjährigen in die Geheimnisse
der Stimme und des Gesangs einweiht. Aber alles klappt vorzüglich.
Was man mit dem Mund, mit Zunge und Lippen für unterschiedliche
Geräusche machen kann: Alexander und seine Schulkameraden
sind hin und weg. Ihre Fantasie bekommt zusehends Flügel.
Da bietet es sich an, eine Geschichte selbst zu vertonen
— mit knarrenden Türen, huschenden Geistern und
brausendem Wind.
Alle Instrumente, die auf der Reise durch den musikalischen
Kosmos zu entdecken sind, werden von den Studierenden und
Lehrenden der Hochschule spannend wie ein Krimi erklärt.
Und fast alle Instrumente dürfen von den kleinen Händen
bespielt werden. Die Kinder sind mit Begeisterung bei der
Sache und mit Vorsicht: Lieber ein bisschen weniger an den
Saiten gezupft, als dass etwas kaputt geht. Keiner muss
es ihnen sagen, sie wissen es von ganz alleine. Nur auf
dem Reiseweg, da geht manchem ein wenig das Temperament
durch. Das altehrwürdige Gemäuer ist erfüllt
von Kinderstimmen. Die Erwachsenen, die die munteren Raketenbesatzungen
passieren, tun es mit einem Schmunzeln.
Die konzeptionelle Leitung der gelungenen Veranstaltung
obliegt Prof. Vroni Priesner (Elementare Musikpädagogik)
und Ulrich Hench (Klavierdidaktik). Ideen dazu beigesteuert
haben Lehrende aus allen Ausbildungsrichtungen. Statt der
üblichen Konzertbesucher sollte an diesem Tag ein anderer
Personenkreis angesprochen werden. „Wir haben die
nahegelegenen Schulen — Bismarck-, Montesori- und
Thusneldaschule — angesprochen und alle sind gekommen“,
freut sich die kommissarische Vizepräsidentin der Hochschule,
Renate Reitinger. Krönender Abschluss der musikalischen
Entdeckungsreise ist das „Ganz große Planetenkonzert“
im Kammermusiksaal der Hochschule. Da laufen die Zweitklässler
noch einmal zu Höchstform auf. Mit Feuereifer entlocken
die kleinen Musiker ihren Instrumenten jede Menge Töne.
„Wow, das war perfekt“, ruft die achtjährige
Kübra voll Überschwang. Applaus, Applaus.
NZ - Mo 23.11.2009
Hochschule für
Musik stellte ihre neuen Professoren/innen vor
Erster Lehrstuhl für Barockgesang
Zum bundesweiten Aktionstag „Musikalische
Bildung“ stellte die Hochschule für Musik die
zum Wintersemester 2009/10 neu berufenen Professorinnen
und Professoren vor.
Der Pressekonferenz ferngeblieben sind Bence Bogányi
(Fagott) und Clara Dent-Bogányi (Oboe). Aus gutem
Grund: Sie sind eine Stunde zuvor Eltern eines kleinen Jungen
geworden. Ebenfalls entschuldigen ließ sich Anne-Cathérine
Heinzmann (Querflöte). Sie musste einen anderen Termin
in München wahrnehmen.
Nachdem der Barockgesang in jüngster Zeit immer mehr
Wertschätzung erfährt, hat man sich in Nürnberg
entschlossen, dafür eine eigene Professur einzurichten
– die erste in Deutschland – und Prof. Elisabeth
Scholl zu berufen. Ihr Ziel ist es, die Bibliothek auszubauen.
Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, sich
intensiv mit der historischen Aufführungspraxis von
Werken auseinander zusetzen. Scholl gastierte u.a. an verschiedenen
europäischen Opernhäusern mit Rollen von Händel
und Vivaldi bis Mozart.
Die Berufsqualifikation ihrer Studierenden zu erweitern,
ist das Konzept der Prof. Guido Johannes Rumstadt (Orchester
und Dirigieren) und Christoph Braun (Trompete). Braun will
junge Menschen dazu befähigen, nicht nur im Orchester
zu spielen , sondern z.B. auch in Jazzabteilungen oder Trompetenensembles.
Seine Maxime: Weg von der Spezialisierung und dabei hochkarätig
bleiben. Um das zu erreichen, sei es erforderlich, sich
mit anderen Abteilungen der Hochschule intensiv auszutauschen.
In Nürnberg sei das möglich: „der Vorteil
einer kleinen Musikhochschule“. Braun hat seit 2003
im Haus einen Lehrauftrag für Trompete und ist regelmäßig
als Solist tätig.
Guido Johannes Rumstadt will eine Klasse für Dirigenten
aufbauen und die Ausbildung in Richtung Theatermarkt orientieren.
Außerdem sollen Möglichkeiten für Quereinsteiger
geschaffen werden. Die Studiengänge Bachelor und Master
befinden sich ebenfalls in der Aufbauphase. Man sei an der
Hochschule zwar etwas spät dran, profitiere aber von
den Erfahrungen anderer.
Rumstadt plant, das Hochschulorchester mit Symphoniekonzerten
in der Region zu etablieren. In wieweit die Zusammenarbeit
mit dem BR wiederbelebt wird, steht noch nicht fest. Seit
der Spielzeit 2007/2008 ist Rumstadt dem Staatstheater Nürnberg
als Erster Kapellmeister und Stellvertreter des Chefdirigenten
verbunden. „Das wird auch weiterhin funktionieren,
aber die Hochschule hat den Hut auf“, sagte der neu
berufene Professor. Uschi Aßfalg
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